Inklusion - für ALLE!

Was verstehen wir unter Inklusion?

ZORRATZ FerienangebotefueralleInklusion - Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen

Häufig gestellte Fragen von Eltern von Kindern mit Beeinträchtigungen

Organisatorische und finanzielle Rahmenbedingungen

Pädagogische Rahmenbedingungen

 


Was verstehen wir unter Inklusion?

Inklusion ist ein Prozess und gleichzeitig ein Ziel, menschliche Verschiedenheit als Normalität anzunehmen und wertzuschätzen.

Diese Definition von Inklusion ist weit gefasst und bezieht sich auf alle Menschen in ihrer Einzigartigkeit, ihrer Würde und ihren Rechten.

Das bedeutet:

Alle in München lebenden Kinder und Jugendlichen - unabhängig vom Geschlecht, der Religionszugehörigkeit, einer Beeinträchtigung, der Hautfarbe, den finanziellen Möglichkeiten der Eltern etc. - können bei den Projekten von Spielratz e.V. teilnehmen.

Es ist unsere Aufgabe und unser Ziel, die organisatorischen und pädagogischen Rahmenbedingungen an die teilnehmenden Kinder anzupassen und nicht die Kinder für unsere Projekte passfähig zu machen.

Diskriminierungen und Ausgrenzungen können auch auf den Projekten von Spielratz e.V. vorkommen. Unsere Aufgabe ist es, diese zu erkennen, pädagogisch sinnvoll zu thematisieren und immer wieder zu überlegen, wie für alle Beteiligten „Win-win-Situationen“ geschaffen werden können.

Unser Ziel ist es, dass ALLE bei uns teilnehmenden Kinder und Jugendlichen schöne, erholsame und erlebnisreiche Ferien haben, sich wohl fühlen und Selbstbestimmung, soziale Anerkennung sowie Ermutigung erfahren.

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Inklusion - Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigung

Seit der Gründung von Spielratz e.V. im Jahr 1988 nehmen Kinder mit Behinderung(en) an den Projekten teil. Zunächst war ihre Teilnahme auf die Projekte Stadtranderholungen im Fasangarten und bei PFIFF beschränkt. Seit 2005 hat Spielratz e.V. alle seine Projekte für sie geöffnet und auch organisatorische Schritte zu einem mehr an inklusiver Praxis gemacht. Hier finden Sie eine Dokumentation dieser Schritte (S.26-29).

 


 

Häufig gestellte Fragen von Eltern von Kindern mit Beeinträchtigung

Mein Kind benötigt eine 1:1 Betreuung bzw. Assistenz. Kann es ihre/seine Assistenz mitbringen?

Ja, das ist möglich. Bitte klären Sie dies jedoch rechtzeitig mit uns ab, da hierfür einige Aspekte berücksichtigt werden müssen:

  •           Klärung der Aufsichtspflicht
  •           Übernahme von Kosten
  •           gegenseitiges Kennenlernen von Begleitung und Projektteam
  •           Aufgabenverteilung und gegenseitige Unterstützung
  •           Versicherungsfragen
  •           Erweitertes polizeiliches Führungszeugnis
  •           Klärung der Rollenverteilung in der 1:1 Betreuung

Bietet Spielratz e.V. eine 1:1 Betreuung an?

Spielratz e.V. bietet keine 1:1 Betreuung an.

Warum bietet Spielratz e.V. nicht selbst eine 1:1 Betreuung an?

Die jungen Menschen, die sich bei uns ehrenamtlich betätigen wollen, engagieren sich aus anderen Motiven heraus. Sie wollen mit Kindern zu tun haben, ihnen schöne Ferien ermöglichen und inhaltlich etwas auf die Beine stellen. Dies schließt die Betreuung und Unterstützung von Kindern mit Unterstützungsbedarfen nicht aus, eine dauerhafte 1:1 Betreuung jedoch schon.

Eine 1:1 Betreuung bedeutet den Aufbau einer Beziehung zwischen Betreuer_in und Kind über einen längeren Zeitraum und auch schon im Vorfeld des Projektes. Dies können wir aufgrund unserer ehrenamtlichen Projektstrukturen nicht leisten.

Bei einer 1:1 Betreuung wird die Familie abhängig und kann nicht planen. Fällt die 1:1 Betreuung aus, ist eine Teilnahme nicht möglich. Im Gegensatz dazu sind bei unseren Projekten alle Betreuer_innen für alle Kinder zuständig.

Des Weiteren muss geklärt werden, warum und mit welcher Zielsetzung und Erwartungshaltung eine 1:1 Betreuung von Eltern als notwendig erachtet wird. Ferienbetreuungen unterscheiden sich sehr stark von anderen institutionellen Kontexten. Wenn ein Kind Unterstützungserfordernisse beim Toilettengang, beim Essen, bei der Medikamenteneinnahme oder in der Verständigung hat, dann können wir das aufgrund unseres Betreuungsschlüssels (siehe unten) alles sicherstellen.

Unsere Erfahrung ist, dass sehr häufig eine 1:1 Betreuung auf unseren Projekten nicht notwendig ist und der Wunsch der Eltern nach dieser der Sorge entspringt, dass ihr Kind untergeht bzw. nicht genügend Aufmerksamkeit bekommt.

Was macht Spielratz, damit mein Kind gesehen wird bzw. Aufmerksamkeit bekommt?

Damit jedes einzelne Kind gesehen wird, setzt Spielratz e.V. je nach Projekt unterschiedliche Rahmenbedingungen.

Bei den Stadtranderholungen, bei Ferienspaß Fideliopark und bei PFIFF sind dies unter anderem:

Persönliche Beratung und Informationsaustausch bei der Anmeldung

Informationsabend auf dem Projektgelände

Alle Kinder haben die Möglichkeit, zusammen mit ihren Eltern im Rahmen des Informationsabends die Betreuer_innen und das Projektgelände vorab kennen zu lernen und sich noch einmal gezielt auszutauschen.

Betreuungsschlüssel 

Der Betreuungsschlüssel bei den oben genannten Projekten liegt bei 1:8, bei Ausflügen bei 1:5.

Unterstützungsdienst

Zudem haben diese Projekte einen täglich wechselnden Unterstützungsdienst: Zwei bis drei Betreuer_innen sind täglich von Aktionen freigestellt, um sich um Kinder zu kümmern, die Anlaufschwierigkeiten haben oder Unterstützung bei der Teilnahme an Aktionen benötigen. Aufgaben wie Hilfe beim Essen oder beim Toilettengang werden gemeinsam und in Rücksprache mit dem Kind verteilt.

Medikamentendienst

Für Kinder, die Unterstützung bei der Medikamenteneinnahme etc. benötigen, haben wir ein bis zwei Ansprechpartner_innen über die gesamte Projektzeit.

Umzäunte Veranstaltungsorte

Die Veranstaltungsorte sind umzäunt und die Eingangstore sind verschlossen.

Wird mein Kind gewickelt? Ja, wird es!

Welche Projekte sind für Kinder mit Rollstuhlnutzung geeignet?

Stadtranderholungen im Fasangarten, PFIFF und Ferienspaß Fideliopark

Die Stadtranderholungen im Fasangarten, Ferienspaß Fideliopark und PFIFF verfügen über rollstuhlgerechte Sanitärräume. Vom Gelände Fasangarten können sich hier und vom Gelände Fideliopark hier einen Eindruck verschaffen.

Projekte im Spielratzbüro

Die Projekte Radioratz, Fotoratz und Trickratz finden bei uns in den Büroräumen statt. Das Büro ist ebenerdig und somit sehr gut zugänglich. Leider ist die Sanitäranlagensituation hier nicht so gut. Wir haben nach Geschlechtern getrennte Toiletten. Diese sind beide nicht rollstuhlgerecht. Die Nutzung der Toiletten ist somit nur mit Unterstützung möglich. Diese Unterstützung ist jedoch gewährleistet.

Übernachtungsfreizeiten wie Filmratz und Walkabout

Wir bemühen uns um Übernachtungshäuser, die eine Teilnahme von Kindern und Jugendlichen ermöglichen, die sich im Rollstuhl fortbewegen. Da uns dies nicht immer gelingt, bitten wir Sie, dass Sie mit uns telefonisch (089 - 48 48 98) Kontakt aufnehmen, damit wir die Rahmenbedingungen des Projektes gemeinsam besprechen können.

Bei unserem Zeltlager Walkabout besteht ebenfalls von unserer Seite aus die grundsätzliche Bereitschaft, Kinder und Jugendliche mitzunehmen, die sich im Rollstuhl fortbewegen. Auch hier bitten wir vorab um telefonische Kontaktaufnahme, um die Rahmenbedingungen und Erwartungshaltungen zu besprechen.

Mein Kind hat eine Hörbeeinträchtigung – haben Sie Gebärdensprachdolmetscher_innen oder andere Hilfsmittel?

Momentan haben wir noch keine technischen Hilfsmittel. Wir hatten zwar auch schon Betreuer_innen, die der Gebärdensprache mächtig sind, aber wir können dies nicht für jedes Projekt garantieren. Bitte informieren Sie uns rechtzeitig, damit wir gemeinsam nach einer Lösung suchen können.

Mein Kind ist sehbeeinträchtigt bzw. blind – welche Projekte sind geeignet?

Alle – bitte sprechen Sie uns rechtzeitig an und wir werden gemeinsam die Rahmenbedingungen so gestalten, dass Ihr Kind schöne Ferien bei uns hat.

Darf mein Kind seine eigene Begleitung auf das Projekt mitbringen?

Ja, es ist möglich, dass Ihr Kind mit einer von Eltern organisierten Begleitung zu uns zum Projekt kommt. Bitte klären Sie dies jedoch rechtzeitig mit uns ab, da hierfür einige Aspekte berücksichtigt werden müssen.

Arbeitet Spielratz e.V. auch therapeutisch? Nein.

Mein Kind hat auch in den Ferien Therapiesitzungen – kann es trotzdem teilnehmen?

Ja, um den Transfer und die Kostenübernahme müssen sich jedoch die Eltern kümmern.  

Mein Kind muss kathetert werden – übernehmen das die Ehrenamtlichen?

Nein. Bitte sprechen Sie uns rechtzeitig an, damit wir eine Lösung über ambulante Pflegedienste, Arztpraxen etc. finden können. Dies ist leider nicht so einfach. Wenn Sie uns hier einen Tipp geben können, dann freuen wir uns über eine Nachricht von Ihnen.

Mein Kind spricht nicht oder nur sehr wenig. Wie können wir miteinander kommunizieren?

Wir können Ihnen anbieten, ein Kommunikationsbuch zu führen. In dieses Buch schreiben wir zusammen mit dem Kind, was es den ganzen Tag gemacht hat, was es zum Essen gegeben hat, welchen Eindruck wir vom Kind hatten oder ob wir eine Frage an Sie als Eltern haben. Sie als Eltern können uns ebenfalls in das Kommunikationsbuch schreiben, welchen Eindruck Sie haben, ob es Ihrem Kind gefällt oder was wir vielleicht anders machen können.

Bitte sprechen Sie uns an, ob Sie dies wünschen oder notieren es in den Anmeldeunterlagen bei den Informationen zum Kind.

Haben die Betreuer_innen eine spezielle Ausbildung oder Vorerfahrungen?

Spielratz e.V. bietet jungen Menschen die Möglichkeit, erste pädagogische Erfahrungen zu sammeln, gesellschaftliche Verantwortung für andere zu übernehmen und sie in ihrem sozialen Engagement zu unterstützen und zu begleiten. Mit Blick auf die Betreuung von Kindern mit Behinderungen kann es sein, dass sich Betreuer_innen bei uns engagieren, die bereits über Vorerfahrungen aus anderen Bereichen (privates Umfeld, Schule und Studium) verfügen. Spezielle Kenntnisse sind in der Regel nicht vorhanden, sehen wir aber auch nicht als zwingende Voraussetzung für die Begleitung und Betreuung an. Warum nicht?

Jedes Kind ist einzigartig. Es gibt nicht die Kinder mit Behinderung(en). Das bedeutet für uns: Wir müssen und wollen uns auf jedes Kind einzeln einstellen und den Unterstützungsbedarf hinsichtlich Alltagsfähigkeiten, Teilhabe etc. von Projekt zu Projekt klären. Dies kann nur im Austausch und im Kontakt mit den Eltern und dem Kind selbst geschehen. Dazu brauchen wir folgende Unterstützung seitens der Eltern:

-          Informationen über die konkreten Unterstützungserfordernisse (z.B. Erinnerung an den Toilettengang oder Medikamenteneinnahme, Wickeln, Essen etc.);

-          Informationen über die Interessensgebiete, Hobbys des Kindes, was dem Kind Spaß und Freude bereitet;

-          Informationen über sprachliche und kognitive Fähigkeiten;

-          Informationen und Veranschaulichung des Umgangs mit technischen Hilfsmitteln wie Sprachcomputer, Insulinpumpe etc.;

-          Informationen über Verhaltensweisen des Kindes, die mit der Beeinträchtigung des Kindes zusammenhängen.

 

Sie haben noch weitere Fragen? Dann rufen Sie uns an:  089 – 48 48 98

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Organisatorische und finanzielle Rahmenbedingungen bei Spielratz e.V.

  •            Spielratz e.V. versucht die Teilnahmebeiträge so zu gestalten, dass es vielen Familien möglich ist, ihre Kinder bei uns anzumelden. Daneben gibt es keine versteckten Kosten;
  •            Spielratz e.V. bietet mit Unterstützung der Landeshauptstadt München vielfältige Möglichkeiten zur Ermäßigung des Teilnahmebeitrages an;
  •            die Anmeldung ist sowohl elektronisch als auch persönlich bei uns im Büro möglich;
  •            Spielratz e.V. versucht die Vielfalt der teilnehmenden Kinder auch in den Betreuer_innenteams widerzuspiegeln;
  •            für die Teilnahme von Kindern mit "erhöhtem" Unterstützungsbedarf fallen für die Erziehungsberechtigten keine weiteren Kosten an.

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Pädagogische Rahmenbedingungen bei Spielratz e.V.

  •             Die ehrenamtlichen Betreuer_innen werden auf ihre Aufgaben vorbereitet. Inhalte sind unter anderem:

- Integration und Inklusion

- Behindert sein – behindert werden!

- Was tun bei Ausgrenzung und Diskriminierung?

- Demokratische Betreuung

  •            Tägliche Besprechungen, auf denen unter anderem die Ziele Partizipation, Selbstbestimmung und Inklusion überprüft werden
  •            Fachliche Erörterung mit den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter_innen
  •            Beratung und Austausch mit Eltern

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